Die neue CD gibts ab sofort zum Reinhören bei Blue Rose Records unter "News"
http://www.bluerose-records.de/JOHN HIATT ist nun wirklich einer, den man niemandem, der halbwegs an amerikanischer Rock, Country, Blues und Roots Music interessiert ist, noch vorstellen muss. Selbst wer keine einzige seiner zahlreichen Platten im Regal stehen hat, wird ihn über den Umweg des Songschreibers oder Produzenten kennen. Bonnie Raitt, Jeff Healey Band, Eric Clapton & B.B.King, George Thorogood, Rodney Crowell, Gregg Allman, Steve Earle, Kelly Willis, Linda Ronstadt, The Band, Delbert McClinton, Willy DeVille, David Crosby, Emmylou Harris, Willie Nelson, Ry Cooder, Nitty Gritty Dirt Band, Neville Brothers... - diese Liste der Stars, auf deren Alben irgendwo im Kleingedruckten der Name John Hiatt steht, ließe sich unendlich verlängern! Regelmäßig und verlässlich bringt er zudem seit über 35 Jahren eigene Veröffentlichungen heraus, The Open Road heißt sein brandneues, insgesamt 20. Werk. Es ist bereits sein drittes in Folge für New West/Blue Rose und der Titel bedeutet gleich in zweifacher Hinsicht Programm.
Formal haben wir es mit einer stetig rockenden und rollenden, von schnörkellos gespielten Gitarren und einer dichten Rhythm Section angetriebenen Americana Music zu tun, die enorm frisch, dynamisch, dabei grenzenlos entspannt und optimistisch klingt. Inhaltlich stehen die 11, selbstverständlich allesamt selbst komponierten Songs für Aufbruch und Bewegung, für eine aktiv gestaltete Zukunft. Der Mann, der sich noch vor gar nicht langer Zeit als Master of Disaster bezeichnete, ist zwar im Kern seines Wesens ganz der Same Old Man geblieben, mit dem Blick auf sein Leben und die Zukunft scheint er allerdings völlig mit sich im Reinen, nach vorne orientiert, sich darauf einlassend, was alles so passiert, wenn man einfach die Straße weiterfährt und nicht ständig in den Rückspiegel schaut. Mit anderen Worten: wenn man richtig Spaß am Rock'n Roll hat!
Und eine Band besitzt, die genau dieses Feeling umsetzen kann. Aber damit hatte John Hiatt ja noch nie Probleme. Man denke nur an solch famose Gestalten wie Ry Cooder, Sonny Landreth, Jim Dickinson, David Immerglück, Matt Ward, Luther Dickinson usw., mit denen er schon unterwegs war. Hier heißt der Mann für die besonderen gitarristischen Momente Doug Lancio. Der ist einer dieser jüngeren Studiomusiker aus Nashville, die eigentlich gar keinen Kontakt zur arrivierten Mainstream-Szene suchen, sondern mit Jobs für Americana Acts, Alt.Country Rocker und East Nashville Singer/Songwriter hinreichend ausgelastet sind. Das Blue Moon Orchestra von Nanci Griffith, Matthew Ryan, Patty Griffin, Tommy Womack, Will Kimbrough, Todd Snider, Steve Earle, Kim Richey, Allison Moorer und Holly Williams heißen nur die wichtigsten Adressen nachgewiesener Qualitätsarbeit Lancios an den elektrisch verstärkten 6 Saiten. Mit Bassist Patrick O'Hearn und Drummer Kenneth Blevins steht genau die perfekt eingespielte Rhythm Section zur Verfügung, die schon auf Same Old Man zu hören war und Hiatt seit geraumer Zeit auch live begleitet. Zusammen nennen sie sich vielsagend The Ageless Beauties. Hiatt spielt dazu akustische und elektrische Gitarren, das war's, mehr Instrumentierung ist für die größtenteils live in seiner zu einem Tonstudio umgebauten Garage aufgenommenen Spuren nicht nötig - quasi eine andere Variante von "Garagenrock"!
Ganz in der Tradition klassischer Rockalben geht's mit dem Titelsong los: 'The Open Road' - ein druckvoller Electric Rocker wie er im Buche steht. 'Haulin'' bemüht den "on the road"-Mythos und besticht mit einem schlichten Rockabilly Beat à la Blasters oder Fabulous Thunderbirds. 'Go Down Swingin'' ist Troubadour/Erzähl-Rock in bester Bob Dylan-Manier und auf 'Like A Freight Train' pflegt John Hiatt seine tiefschwarze Country Blues-Neigung wie zuletzt auf 'Crossing Muddy Waters' mit sehr feiner Slide Guitar-Veredlung von Doug Lancio. Das stampfende, sumpfige 'My Baby' steht in der Tradition von Hiatt-Hits wie 'Riding With The King' oder 'Memphis In The Meantime'. Das wunderbar vor sich hinrollende 'Homeland' ist ein zum Albummotto bestens passender Beitrag voller Fernwehatmosphäre, Guitar Twang und Country Rock. 'Wonder Of Love' kommt als eine neue kapitale Hiatt-Ballade für die Ewigkeit und erinnert an Großtaten von Dan Penn/Spooner Oldham wie 'The Dark End Of The Street' oder 'I'm Your Puppet'. Für 'What Kind Of Man' gilt eine gehörige Tempoverschärfung, der treibende Rhythmus und das druckvolle Acoustic/Electric-Arrangement wurden von solchen Vorlagen wie 'Drive South' und 'Thing Called Love' übernommen. Der selbsterklärende Slow Rocker 'Movin' On' reiht sich ebenso nahtlos in den klug zusammengestellten Songzyklus ein wie die ausgedehnte Ballade 'Fireball Roberts' mit Anspielungen an NASCAR-Star Roberts und seinen legendären 57er Ford sowie omnipräsenter Slide-Arbeit von Doug Lancio.
Am Ende beschließt 'Carry You Home' ein jederzeit überzeugendes, in weiten Teilen begeisterndes John Hiatt-Album, das ganz sicher auch noch in etlichen Jahren in der Rückschau zu den befriedigendsten Großtaten im opulenten Backkatalog des vielseitigen Musikers gehören sollte. Und man darf jetzt schon gespannt sein, welcher Topstar welchen dieser neuen Hiatt-Songs zum Hit machen wird!
The Open Road ist ab 1.3. in unserem Webshop, im regulären Handel ab dem 12.3. erhältlich.